War Merkel deutlich genug?

Auch um neue Regelungen im Landkreis Lüneburg geht es in diesem Corona-Tagebuch-Eintrag. Foto: pixabay.com

Gestern Abend um 19.20 Uhr habe ich mir im ZDF die Ansprache unserer Bundeskanzlerin angeschaut. Angela Merkels dringender Appell: Vermeidet soziale Kontakte, haltet Abstand zueinander! Das Wort Ausgangssperre vermeidet die Kanzlerin, aber indirekt lässt sie durchklingen, dass so etwas bei Bedarf kommen könnte.

Sind ihre Worte deutlich genug? Die „taz“ meint: „Eine Aufforderung, die das Wort ‚Ausgangssperre‘ vermeidet, ist (…) falsch.“

Die „taz“ mag recht haben. Klar, Merkel will keine Panik schüren. Aber es ist zu befürchten, dass nicht jeder ihre indirekt ausgesprochene Botschaft herausgehört hat. Und vielleicht braucht so manch ein Mensch auch ganz einfach klare, unmissverständliche Ansagen. Einige sind nunmal egoistisch, frei nach dem Motto: „Ich will raus und unter Leute, also mach‘ ich das auch!“

Ich sag mal so: Merkel hat es immerhin angedeutet – das ist besser als nichts. Und sie sprach von der schwersten Krise seit Kriegsende. Auch das ist deutlich. Hoffen wir, dass jeder ihren Appell beherzigt!

Im benachbarten Landkreis Lüneburg gilt ab heute übrigens: Lebensmittelhändler dürfen nur noch einen Kunden pro 20 Quadratmeter Verkaufsfläche ins Geschäft lassen. Für einen Supermarkt mit 3000 Quadratmeter beispielsweise heißt das: Es dürfen sich nur 150 Kunden gleichzeitig im Laden befinden. Aber, und das ist die gute Nachricht: Die Lebensmittelgeschäfte bleiben geöffnet, und es kommt Nachschub in die Regale!